Denkmalpflege

Katholische Kirche St. Johannes der Täufer, Weinfelden


Aussenrestaurierung,  2007
Innenrestaurierung, 2022
Die Kirche St. Johannes in Weinfelden wurde 1902–1903 nach den Plänen des Architekten Albert Rimli aus Frauenfeld im neobarocken Stil erbaut. 1960 wurde die letzte vollumfängliche Restaurierung durchgeführt. Seitdem hatte die Zeit deutliche Spuren hinterlassen. Daher erfolgte zunächst 2007 die Aussenrestaurierung der Kirche und später ab 2021 dann die Restaurierung und Umgestaltung des Innenraumes.
Im Zuge der Aussenrestaurierung wurde nach den Reinigungsarbeiten an der Fassade, überraschenderweise eine vollständig andere Farbfassung entdeckt, welche zur bisher sichtbaren deutlich abwich. Mit Hilfe von Archivrecherchen konnte diese rekonstruiert und die Fassade in ihrer ursprünglichen Farbgestaltung wiederhergestellt werden. Zudem wurde die schadhafte Dacheindeckung durch speziell angefertigte glasierte Ziegel nach historischem Vorbild ersetzt. Ergänzend entstand ein neues Beleuchtungskonzept, das die architektonischen Qualitäten des Bauwerks hervorhebt.
Zu den wichtigsten Arbeiten im Innenbereich zählen die Erneuerung der schadhaften Bodenplatte mit Rekonstruktion des markanten Plattenbelages sowie die sorgfältige Restaurierung der Raumschale. Auch die historische Ausstattung – darunter Altäre, Kanzel, Beichtstühle, Chorgestühl, Kirchenbänke, Türen und das Orgelgehäuse – wurde restauriert. Gleichzeitig wurden Haustechnik und Brandschutz den heutigen Anforderungen angepasst. Die gestalterische Erneuerung, nach den Entwürfen des Ateliers Frédéric Dedelley, integriert die neuen liturgischen Elemente behutsam in den historischen Kirchenraum und verbindet zeitgemässe Nutzung mit dem denkmalgeschützten Bestand. Am 11. September 2022, wurde die Kirche St. Johannes der Täufer durch Bischof Felix Gmür feierlich wieder eingeweiht.